DEUTSCHE ORCHIDEEN-GESELLSCHAFT E. V.
Gruppe Nordbayern
 
Home Gruppe Die Orchidee Links Sitemap  

 Die Orchidee 
  Jahrgang  2008
2007
2006
2005
2004
2003
2002
2001
2000
1999
1998
1997
 
     1996  
        Heft 1
    Heft 2
    Heft 3
    Heft 4
    Heft 5
    Heft 6
  Beiheft
    1995
1994
1993
1992
1991
1990
1989
1988
1987
1986
1985
1984
1983
1982
1981
1980
1979
 
 








Entwurf und Umsetzung:
Manfred Merz

Powered by:

 

 

 

Ernst Avenhaus

Meine Frostwarnanlage

 
Schaltplan der Frostwarnanlage

Schaltplan der Frostwarnanlage

Nachts um halb vier reißt mich ein Alptraum aus dem Schlaf: Auf leisen Sohlen hat sich der Frost in mein Gewächshaus geschlichen, hat die frischen Blütentriebe umgeknickt, hat die weichen Blätter der Oncidien und der Odontoglossen welken lassen und macht sich gerade über die dickfleischigen Blätter der Vandeen und Ascocentren her - glücklicherweise ist's nur ein Traum: Ich darf mich sicher fühlen, denn ich habe ja eine Frostwarnanlage.

Hand aufs Herz, liebe Orchideenfreunde, sind Sie abgesichert gegen ein solches Mißgeschick, wenn's draußen Stein und Bein friert?

Die Zentralheizung kann über Nacht versagen. Eisregen kann die Starkstrommasten zu Boden zwingen und die Stromversorgung so tagelang lahmlegen. Vielleicht ist auch nur der Temperaturfühler im Gewächshaus defekt.

Solche Unbill mit katastrophalen Folgen ereignet sich oft nachts, wenn im Winter der Frost am strengsten herrscht und schnell durch die dünnen Gewächshausscheiben in unser tropisches Minireich der Orchideen kriecht, derweil wir ahnungslos in unserem Bette liegen - und uns der oben geschilderte Alptraum nicht aus dem Schlaf reißt.

Meine Frostwarnanlage besteht aus einem Temperaturfühler, einer Taschenlampenflachbatterie (4,5 Volt), einer Klingel und einigen Metern Klingeldraht (vgl. Schaltplan).

Es ist wichtig, daß man sich mit einer Batterie vom öffentlichen Stromnetz unabhängig macht, denn die Netzversorgung kann ja ausfallen. Natürlich muß man die Batterie alle 1 bis 2 Jahre ersetzen, denn auch menn sie keinen Strom liefern muß, entlädt sie sich mit der Zeit selbst.

Der Temperaturfühler ist ein Bimetallschalter, dessen Schalttemperatur mit einem Drehknopf einstellbar ist. Mit Hilfe dieses Drehknopfes kann man die Anlage auch testen und den Klingellärm abstellen, wenn's denn zum Alarm kommt. Ich stelle den Schaltpunkt auf + 7 ℃. Dann habe ich noch genügend Zeit, um zu reagieren

Die Klingel sollte nahe dem Schlafplatz angebracht sein, an dem der Orchideenliebhaber zu ruhen pflegt. Sie sollte auch so laut sein, daß sie in den anderen Räumen der Wohnung am Tage nicht überhört werden kann. Meine Klingel ist auf dem Dachboden angebracht - unmittelbar über meinem Kopfkissen.

Eine Frostwarnanlage allein nützt nichts, wenn man sich keine Strategie überlegt, wie man seine Kultur im Notfall vor dem kalten Tod schützen will. Man kann daran denken, die Orchideen in den Keller zu evakuieren. Es dauert sicherlich geraume Zeit, bis der Keller auf 0 ℃ abgekühlt ist.

Ich habe mir extra eine Propangasheizung zugelegt, die nur für den Notfall vorgesehen ist. Dann und wann probe ich den Ernstfall, damit ich nicht verlerne, wie so ein Gerät zu bedienen ist. Auf jeden Fall sollte auch die Notheizung vom normalen Energieträger (Strom, Erdgas) unabhängig sein.


 

Dr. Ernst Avenhaus, Am Schreiberholz 8, D-90513 Zirndorf

Zitat aus Die Orchidee 47(5):267, 1996