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Ernst Avenhaus |
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Meine Frostwarnanlage |
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Nachts um halb vier reißt mich ein Alptraum aus dem Schlaf: Auf leisen Sohlen hat sich der Frost in mein Gewächshaus geschlichen, hat die frischen Blütentriebe umgeknickt, hat die weichen Blätter der Oncidien und der Odontoglossen welken lassen und macht sich gerade über die dickfleischigen Blätter der Vandeen und Ascocentren her - glücklicherweise ist's nur ein Traum: Ich darf mich sicher fühlen, denn ich habe ja eine Frostwarnanlage. Hand aufs Herz, liebe Orchideenfreunde, sind Sie abgesichert gegen ein solches Mißgeschick, wenn's draußen Stein und Bein friert? Die Zentralheizung kann über Nacht versagen. Eisregen kann die Starkstrommasten zu Boden zwingen und die Stromversorgung so tagelang lahmlegen. Vielleicht ist auch nur der Temperaturfühler im Gewächshaus defekt. |
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Solche Unbill mit katastrophalen Folgen ereignet sich oft nachts, wenn im Winter der Frost am strengsten herrscht und schnell durch die dünnen Gewächshausscheiben in unser tropisches Minireich der Orchideen kriecht, derweil wir ahnungslos in unserem Bette liegen - und uns der oben geschilderte Alptraum nicht aus dem Schlaf reißt. Meine Frostwarnanlage besteht aus einem Temperaturfühler, einer Taschenlampenflachbatterie (4,5 Volt), einer Klingel und einigen Metern Klingeldraht (vgl. Schaltplan). Es ist wichtig, daß man sich mit einer Batterie vom öffentlichen Stromnetz unabhängig macht, denn die Netzversorgung kann ja ausfallen. Natürlich muß man die Batterie alle 1 bis 2 Jahre ersetzen, denn auch menn sie keinen Strom liefern muß, entlädt sie sich mit der Zeit selbst. Der Temperaturfühler ist ein Bimetallschalter, dessen Schalttemperatur mit einem Drehknopf einstellbar ist. Mit Hilfe dieses Drehknopfes kann man die Anlage auch testen und den Klingellärm abstellen, wenn's denn zum Alarm kommt. Ich stelle den Schaltpunkt auf + 7 ℃. Dann habe ich noch genügend Zeit, um zu reagieren Die Klingel sollte nahe dem Schlafplatz angebracht sein, an dem der Orchideenliebhaber zu ruhen pflegt. Sie sollte auch so laut sein, daß sie in den anderen Räumen der Wohnung am Tage nicht überhört werden kann. Meine Klingel ist auf dem Dachboden angebracht - unmittelbar über meinem Kopfkissen. Eine Frostwarnanlage allein nützt nichts, wenn man sich keine Strategie überlegt, wie man seine Kultur im Notfall vor dem kalten Tod schützen will. Man kann daran denken, die Orchideen in den Keller zu evakuieren. Es dauert sicherlich geraume Zeit, bis der Keller auf 0 ℃ abgekühlt ist. Ich habe mir extra eine Propangasheizung zugelegt, die nur für den Notfall vorgesehen ist. Dann und wann probe ich den Ernstfall, damit ich nicht verlerne, wie so ein Gerät zu bedienen ist. Auf jeden Fall sollte auch die Notheizung vom normalen Energieträger (Strom, Erdgas) unabhängig sein. |
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Dr. Ernst Avenhaus, Am Schreiberholz 8, D-90513 Zirndorf |
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